Bei Nachbarstreitigkeiten wird zunehmend auf eine Rechtshilfeversicherung zurückgegriffen

Bei Nachbarstreitigkeiten wird zunehmend auf eine Rechtshilfeversicherung zurückgegriffen

Im zweiten Jahr in Folge hat die Zahl der Streitigkeiten zwischen Nachbarn in unserem Land zugenommen.

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Dezember 27 2022

Corona-Pandemie und Homeoffice

Dies geht aus einer Analyse des Achmea Legal Aid Foundation. Der Anstieg in den letzten zwei Jahren lässt sich mit der Corona-Pandemie und dem hohen Anteil an Homeoffice erklären. Da die Menschen häufiger zu Hause sind, ärgern sie sich zunehmend über die Nachbarn. Viele Menschen haben auch mit der Renovierung begonnen, was zu mehr Ärger und Streit führt.

Nachbarn nutzen eher eine Rechtsschutzversicherung

Auffallend ist nicht nur, dass die Zahl der Nachbarstreitigkeiten zugenommen hat, sondern auch, dass immer mehr Menschen hierfür eine Rechtsschutzversicherung in Anspruch genommen haben. Und dies, während im vergangenen Jahr ein rückläufiger Trend beim Rückgang der Rechtshilfe zu verzeichnen war. Der Rechtsschutz ist eine Versicherung, die bei Problemen rechtlichen Beistand leistet. Dies reicht von der Rechtsberatung bis hin zur Bezahlung eines Anwalts, der vor Gericht nach einer Lösung sucht. Die Rechtsschutzversicherung kann verschiedene Konflikte abdecken, von Streitigkeiten zwischen Nachbarn über Arbeitsangelegenheiten bis hin zu Konflikten zwischen Studenten und Miete.

Mediation bietet oft eine gute Lösung

Coronabedingt kam es in den letzten Jahren zu erheblichen Wartezeiten am Gericht. Dadurch wird eine schnelle gerichtliche Beilegung eines Nachbarstreits erschwert, sodass Streitigkeiten lange schwelen können. Deshalb greifen Rechtsschutzversicherer zunehmend auf Mediation zurück. Darüber hinaus führt die Mediation auch zu sehr guten Ergebnissen. Bis zu 95 Prozent der Nachbarstreitigkeiten können häufig durch Mediation oder Konfliktlösung gelöst werden.
Der Vorteil besteht darin, dass die Parteien zusammengebracht werden, um das Problem gemeinsam zu lösen. Wir denken in Lösungen statt in Problemen. Da die Lösung selbst entwickelt wird, verfügt sie über eine große Unterstützungsbasis. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Mediation freiwillig, aber nicht unverbindlich ist. Die Vereinbarungen werden schriftlich niedergelegt und sind verbindlich.

Auf WA.nl, dem Informationsportal zur Haftung in den Niederlanden, wird Nachbarn daher empfohlen, immer zunächst gemeinsam nach einer Lösung zu suchen oder einen Mediator einzuschalten. Auch dort ist zu hören, dass Mediation im nachbarschaftlichen Streit meist eine gute Lösung bietet. Sollte eine Mediation keine Lösung bringen, können Sie dennoch vor Gericht gehen. Das Gericht kann dann die Einstellung bestimmter Handlungen anordnen und diese mit einer Strafe verhängen. Das Gericht kann auch Schadensersatz anordnen.

Lärmbelästigung und Konflikte wegen Überbauung

Laut Mediatoren haben die meisten Nachbarstreitigkeiten recht einfache Ursachen. Vorsätzliche Belästigungen kommen zwar vor, sind aber eher die Ausnahme. Meist sind es ganz banale Dinge, die sich nach Jahren ansammeln und für größeren Frust sorgen. Die Menschen fühlen sich in letzter Zeit auch etwas unwohl in ihrer eigenen Haut, wegen Corona, wegen der Arbeit von zu Hause aus mit den Kindern in der Nachbarschaft, durch hohe Energierechnungen und so mehr. Dadurch ist die Sicherung etwas kürzer geworden. Konflikte gehen oft vorüber Lärmbelästigung, zum Beispiel durch Renovierungen oder die Kinder der Nachbarn. Insbesondere in Amsterdam ist Lärmbelästigung eine wichtige Ursache für Nachbarschaftsstreitigkeiten. Glücklicherweise sind dies Probleme, die oft leicht zu lösen sind.